Selbstmitleid erkennen und überwinden

Nun versinke nicht in Selbstmitleid!!! “Autsch, der hat gesessen! Dieser Satz, der dich bis ins Mark trifft. Innerlich fühlt es sich an wie:

Genau!! Nicht genug, dass ich nichts auf die Reihe kriege, ich gehe mit dem Schlamassel auch noch falsch um!“

Unsere Reaktion nach außen wird aber wahrscheinlich eher Folgende sein:

Selbstmitleid? Pfff, ich doch nicht!“

Ja, genau da geht es los. Selbstmitleid ist etwas, was man einfach nicht hat. So ist es in allen Köpfen fest verankert.

Selbstbewusstsein steht für Stärke.

Selbstliebe wollen immer mehr von uns leben,

Selbstachtung wird ebenfalls emotional gefestigten Menschen zugesprochen.

Aber Selbstmitleid…wird als so negativ empfunden, dass wir uns unter gar keinen Umständen diesen Schuh anziehen wollen!

Und dabei ist es ein Hilferuf unseres Körpers!

Es sagt ja niemand, du sollst deinen aktuellen Status bei Facebook auf Selbstmitleid stellen. Vielmehr geht es darum, dich und deine Gefühlswelt anzunehmen – mit allen Berg- und Talfahrten.

Wir arbeiten zwar daran, unserem Körper mit Selbstliebe und Achtsamkeit etwas Gutes zu tun. Selbstmitleid jedoch wird nicht einmal ansatzweise als Ursache in Betracht gezogen, wenn es uns so richtig schlecht geht. Und das obwohl es über einen längeren Zeitraum wirklich schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Verfolgt man den Weg, der sich aus diesem verschobenen Gefühlsleben quasi automatisch ergibt, zeigt das Navi folgende Streckenabschnitte an:

Einsamkeit – Antriebslosigkeit – Depressionen – Burnout.

Und nicht nur das:

Selbstmitleid macht auf seinem Pfad der Zerstörung auch vor zwischenmenschlichen Beziehungen keinen Halt, genauso wenig wie ein Tornado keine Vollbremsung hinlegt, weil ein Haus im Weg steht. Er fegt es weg, und übrig bleiben Trümmer.

Dasselbe geschieht mit dem Freundeskreis, und Grund dafür ist die negative Ausstrahlung, die wie eine riesige Wolke um dich herum wabert. In eigentlich geselligem Zusammensein sprichst du nur noch von deinen Problemen, der Vergangenheit, oder davon, wie gemein und bösartig andere Menschen sind.

Da dir den ganzen Tag über nur noch dein Kummer durch den Kopf schwirrt, bemerkst du nicht einmal mehr die eigene Veränderung. Viel lieber möchtest du dein Leid bestätigt bekommen. Nur dich selbst erkennst du als „Helden, der immer alles richtig macht“ an. Alle anderen sind Schuld an deinem Unglück.

„Bei anderen läuft's – bei mir nicht!“

Dieser Gedanke ist die perfekte Vollbremsung in deinem Leben! Meterlang Profil auf der Strasse gelassen, Reifen hin, nur noch Qualm um dich herum!

Warum? 

Selbstmitleid bedeutet Stillstand, kein Vorankommen mehr.

Müdigkeit ist dein ständiger Begleiter, deine ehemals vorhandene Kreativität ist wie vom Erdboden verschluckt, und es gibt nicht einmal den Hauch von Motivation in dir, irgendetwas zu verändern. Von Zielen für deine Zukunft ganz zu schweigen.

Abnehmen, mehr Sport treiben und gesünder leben, macht überhaupt keinen Sinn mehr, „Ist doch egal“ entwickelt sich langsam aber sicher zu deinem Lieblingssatz. Trägheit hält Einzug.

Oftmals ist ein einziges Ereignis Auslöser dieser ganzen Misere. Vielleicht wurdest du von jemandem verletzt, oder es gab Trouble im Job, das Auto macht mal wieder zum falschen Zeitpunkt merkwürdige Geräusche, oder es flattern momentan jede Menge Rechnungen ins Haus, die diesen Monat zum gefühlt Längsten des Jahres machen werden. Und genauso vielseitig wie die Ursache hierfür sein kann…

...hat auch Selbstmitleid viele Gesichter!

Du hast keinen Antrieb mehr, empfindest die Welt als ungerecht, aufstehen fällt schwer, weil es eh keinen Sinn macht. Du bist in Gedanken den ganzen Tag in der Vergangenheit, hast keine Lust, überhaupt etwas anzufangen. Du machst dir Vorwürfe zu falschen Entscheidungen, fühlst dich mies dabei, und am liebsten würdest du dich den Rest deines Lebens unter der Bettdecke verkriechen?

Dabei sollte Selbstmitleid keinesfalls als negative Eigenschaft empfunden werden, die es gilt zu verstecken.

Vielmehr kann es doch als Hilferuf des Körpers verstanden und mit Achtsamkeit, Verständnis und Liebe zu dir selbst aufgenommen werden.

Gibst du dir selbst das Gefühl, das es in Ordnung ist, sich mal schlecht zu fühlen, und nimmst diese schwierige Zeit in deinem Leben als solche an, fällt es dir viel leichter, dich langsam auf den Weg aus dem Tal heraus zu begeben.

In deiner Geschwindigkeit und mit Rücksicht auf deine Gefühle.

Erlaube es dir ruhig Kraft zu tanken.

Damit erweist du dir selbst Respekt.

Mach aus Selbstmitleid lieber Selbstmitgefühl!

Selbstmitgefühl klingt besser, ist ok und tut gut…

Immer häufiger trifft man auf den Begriff Selbstmitgefühl – die positive Variante.

Wo liegt aber der Unterschied?

Nun, hier darf man auf sich achten, mal traurig sein ist erlaubt, auch jammern ist MAL OK.

Jeder denkt ab und zu:

MAAAAANNN, ich hab’ keinen Bock mehr! Alles geht schief!“

Aber: Selbstmitgefühl reiht sich in die Liste der positiv empfundenen Worte ein, die ich anfangs erwähnt hatte.

Selbstmitgefühl an den Tag zu legen bedeutet, auf sich zu achten, sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Einfach einen gemütlichen Abend machen. Du darfst auf Zeichen deines Körpers reagieren, ohne dich dabei schlecht fühlen zu müssen. Kurzfristige Zeiträume, in denen du mal am Boden bist, sind ok, um die Wunden zu lecken, oder über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Doch hier wird es tricky:

Wie lange ist es ok, mal den Kopf hängen zu lassen,

und wann ist es Zeit, sich zu schütteln,

das Krönchen zu richten und den A…..llerwertesten wieder hoch zu kriegen?

Wann ist die Grenze zwischen Selbstmitgefühl und Selbstmitleid erreicht?

Auf einer Reise wäre diese Frage schnell beantwortet:

In dem Moment, wo der Grenzbeamte vor dir steht, und dich um deinen Reisepass bittet, wird ziemlich schnell klar, dass direkt vor deiner Nase eine Landesgrenze liegt:)

Übertragen auf deine Situation findest du eine natürliche Grenze beim Beobachten deiner Gedanken.

Ist es nur ein Tief, in dem alles einfach gerade mal blöd ist?

Oder gibt es weit und breit kein Licht am Ende des Tunnels?

Macht alles keinen Sinn mehr?

Hast du das Gefühl, in einer Opferrolle zu stecken? Dann Stopp!!!

Schluss mit der Grübelei, Schluss mit den Vorwürfen, die du dir zu deiner Vergangenheit machst – sie lässt sich nicht ändern.

Auch wenn Du es noch so sehr willst, dich sinnbildlich gesprochen wie ein bockiges Kind im Supermarkt auf den Boden schmeisst, mit Händen und Füßen trommelst und ein Geschrei von dir gibst, dass andere Kunden denken, der Feueralarm wurde ausgelöst.

Jede einzelne Entscheidung hast du genau so getroffen, wie es sich für dich richtig oder notwendig angefühlt hat. Schliesse Frieden damit und sieh’ nach vorn.

Also:

Nein, es sind nicht alle anderen Schuld an deiner Lebenssituation

und

nochmal Nein, die Opferrolle steht dir überhaupt nicht.

Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du den Kopf nicht hängen lassen...

Male dir bunte Bilder von einem Leben aus, in dem du morgens aufwachst und dich auf den Tag freust. Setze dir neue Ziele, Kram die Motivation aus der hintersten Schublade heraus,

und reaktiviere all’ die Kreativität, die in dir steckt.

Das alles wird dir gut tun, auch wenn Du das im Moment nicht glauben kannst. Noch hat dich die Abwärtsspirale voll im Griff, und blockiert damit total deine Fähigkeit, die positiven Dinge im Leben zu sehen, oder neue Herausforderungen anzunehmen.

Hier also Dein Reiseplaner...

Nach der hammer Vollbremsung erstmal neue Reifen drauf, auch wenn es ordentlich Taler kostet. Ins Navi folgenden neuen Zielort eingeben: Endlichwiederglücklichseinhausen.

Die bisherigen Streckenpunkte ersetzen durch:

Motivation – Kreativität – Antrieb – Lächeln.

Und dann volle Möhre auf’s Gas getreten –

wer mag, noch mit Launch Control vorab.

Hauptsache LOS! Es ist Dein Leben, geniesse es!!!

Stück für Stück wieder Richtung Glück

Frische Luft, Musik und Bewegung – eine Kombination, die sogar meine

Fenchel-Anis-Kümmeltee mit frischem Ingwer, Zitrone und Honig Mischung in den Schatten stellt:)

Es tut so gut, sich draußen zu bewegen, tief durchzuatmen und einfach mal in die Gegend zu grinsen! Lachen ist etwas, das wir wieder üben müssen. Meinetwegen schnapp’ dir als erste Übung einen Bleistift, und klemme ihn zwischen die Zähne. Kein Witz, es hilft dir, wieder lächeln zu lernen. Wenn du morgens aufwachst, grinse mal bis über beide Ohren – einfach so. Das tut richtig gut.

Finde ein paar Gründe, von dir wieder überzeugt zu sein...

Suche das Gespräch mit Personen deines Vetrauens, und bitte Sie um Ihre Meinung zu deiner Situation. Vielleicht findest du unter ihnen auch ein Vorbild, dem du ein wenig nacheifern kannst.

Haut es dich zwischendurch doch noch einmal um, nimm es an. Dein Körper braucht Zeit für Veränderungen. Wichtig ist deine positive Einstellung, die dich aus kleinen Nachbeben wieder herauszieht. Dran bleiben und weitermachen.

Fazit:

Schau dich mal um, was du alles besitzt, und auf was du stolz sein kannst!

Konzentriere dich auf das, was ein Lächeln in dein Gesicht zaubert.

Leben heißt Veränderung singt Mark Foster in seinem Titel „Sowieso“, und auch den Refrain solltest du dir zu Herzen nehmen, gerade in einer solchen Zeit:

Egal was kommt, es wird gut sowieso!“

Das ist die richtige Portion Optimismus! Schaffst du es, deine Gedanken auf positive Dinge zu richten, überwindest du diese Phase des Selbstmitleids, und startest statt dessen in ein glückliches und erfülltes Leben.